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Bau unserer neuen Küche: Fertigung in der Schreinerei

Zuschnitt des Plattenmaterials, Anbringen der Kanten und Kantenbearbeitung
Bau der Unterschränke / Verbindungen und Verleimen
Schubkästen und Möbel-Fronten, Arbeitsplatte


 

ZUSCHNITT DER PLATTEN

Plattenlager und Plattensäge

Die beschichteten Spanplatten mit einer Größe von 2,75m x 2,05m werden vom Holzhändler angeliefert und stehen dann im Plattenlager der Schreinerei.
Von dort ziehe ich sie direkt auf die Hochkant-Plattensäge und schneide sie nach meiner Zuschnitt-Liste grob zu, d.h. ich lasse sie noch jeweils ca. 2cm größer als die fertigen Teile (Schrankseiten, Deckel, Böden, etc.) sein müssen.

 

Das ist deshalb nötig, weil die Plattensäge nicht so sauber schneidet und an den Schnittkanten die Kunststoff-Oberflächen der Spanplatten leicht ausreissen.
Außerdem ist die Maßgenauigkeit auf dieser Säge auch nicht besonders gut, die Maschine ist in der Hauptsache dafür gut, die sehr großen Platten in handlichere Stücke aufzuteilen, die dann auf der Formatkreissäge genau zugeschnitten werden können.

 

Zuschnitt an der Formatkreissäge

 

Die Schreinerei von Markus und Olaf (Schreinerei Maus + Tessmer), wo ich arbeiten kann, ist richtig gut ausgerüstet.
Sie haben eine ziemlich neue Formatkreissäge der Firma Altendorf, ein tolles Präzisionswerkzeug.

 


Ich muß natürlich immer gut aufpassen, daß ich mir nicht die Finger abschneide... ;-)

 

Doch zurück zur Fertigung der Küche:
Die grob zugeschnitten Werkstücke schneide nun genau zu, d.h. bei einigen Werktstücken muß ich noch jeweils 2mm abziehen, da die Kanten, die später verwendet werden, diese Stärke haben.
Der Zuschnitt läuft so ab, daß ich erst einen sauberen geraden Schnitt mache, dann am Parallelanschlag das Werkstück "von Breite schneide", danach am Winkelanschlag 90° einen sauberen Schnitt mache und schließlich das Werkstück "von Länge schneide".

 

Das Kreissägeblatt dreht sich mit 4000 Umdrehungen in der Minute.
Die Säge hat einen digital einstellbaren Parallel-Anschlag, der "von alleine" an die eingestellte Position fährt, mit einer Genauigkeit im Zehntelmillimeter-Bereich.

 

Laut meiner Zuschnitts-Liste, die ich anhand meiner Zeichnungen vorbereitet habe, schneide ich alle Werkstücke hintereinander zu.

Jedes einzelnde Teil bekommt eine Nummer, die der Position in der Liste entspricht, — bei über 60 einzelnen Teilen ist das unverzichtbar.

Außerdem markiere ich beim Zuschnitt der Platten auch schon die Seiten, an die ich später eine Kante anbringen möchte.


 

ANBRINGEN DER KANTEN

Kantenanleimer-
Maschine


An der Kantenanleimer-Maschine bringe ich 2mm-Kanten, die auf einer Rolle geliefert werden, auf die Plattenkanten auf.

 

Diese Maschine bedeutet eine enorme Arbeitserleichterung, ohne sie müßte ich alle Kanten von Hand anleimen, — das würde Tage in Anspruch nehmen.

So geht es viel schneller, und außerdem sind die Werkstücke nun schon fast fertig zu Zusammenbau, denn was aus dieser Maschine "hinten raus kommt" sind sauber beigefräste, abgekappte Kanten, die nur noch wenig weitere Bearbeitung benötigen.


Bearbeiten der Kanten


So sieht eine Ecke eines Werkstücks aus, an dem rundum Kanten "angefahren" sind


Mit einem Stecheisen schneide ich den restlichen Überstand und die Leimreste ab.


Mit einer Feile bearbeite ich die Rundung für die Ecke.


Dann wird noch ein wenig geschliffen...


...und die Ecke ist fertig. So sollen einmal alle Ecken an allen Werkstücken aussehen.


 

ZUSAMMENBAU DER SCHRÄNKE

Verbindungen
fräsen


Nachdem jetzt alle Einzelteile fertig bearbeitet sind, geht es an die Verbindungen der Platten untereinander.
Eine Möglichkeit ist die Verwendung von Lamello®-Verbindungen, dazu fräse ich mit einer speziellen Handmaschine schmale, kurze Schlitze in die zu verleimenden Teile.

 

Das geht viel einfacher und schneller, als andere Verbindungsmöglichkeiten, wie z.B. Holzdübel. Die Lamello® -Verbinder sind kleine ungefähr ovale Holzplättchen, die in die Schlitze geleimt werden.

Eine andere Art der Verbindung sind Schrauben.
Dort wo man im eingebauten Zustand der Küche die Schrauben nicht sehen kann, sind sie eine schnelle und stabile Verbindungsmöglchkeit, z.B. bei den Rückwänden der Schränke.

Wenn es ganz extrem stabil sein soll, bietet es sich auch an, Lamello-Verbinder und Schrauben zusammen zu verwenden.

 
Verleimen und
Verschrauben

Jetzt geht es ans Verleimen der Schränke, das ist immer mit einem leichten Zeitdruck verbunden, da der Leim recht schnell abbindet.

 

Die Lamello-Verbindungen erleichtern das Verleimen, da durch sie die zu verleimenden Teile in ihren passenden Positionen fixiert werden.

Nichtsdestoweniger ist es möglich, die Teile noch etwas zu verschieben, das geht mit Holzdübeln nicht, da müssen die Bohrlöcher absolut exakt stimmen, und Masstoleranzen lassen sich schlechter ausgleichen.

 

 

Mit großen Schraubzwingen verleime ich die Schränke, dabei ist es wichtig, auf Winkligkeit zu achten.
Der Druck, den die Zwingen ausüben, kann schnell dazu führen, daß ein Korpus "schief" verleimt wird.

 

Die letzten Schrauben in den Korpus gedreht, und fertig ist der erste Schrank...


...naja, fertig noch nicht, aber zumindest sieht es jetzt schon nach Schrank aus.


 

SCHUBKÄSTEN UND FRONTEN

Schubkästen

Die Schubkästen werden ähnliche wie die Korpusse verleimt und verschraubt.

 

 

Dann baue ich sie in die Schränke ein, das ist immer ein wenig "Fisselsarbeit", die Auszüge, auf denen die Schubkästen laufen, müssen sehr genau eingebaut werden, damit die Schubladen später sauber funktionieren und nicht irgendwie haken.

Ich habe für unsere Küche Vollauszüge verwendet, die ein Herausziehen des kompletten Schubkastens bis einige Zentimeter vor die Schrankfront ermöglichen.

Links im Bild ist der Schrank, auf dem später der große Gasherd eingebaut werden wird, die Schubladen darunter sollen dann Töpfe und Pfannen aufnehmen.

 

Jetzt sind die Unterschränke fertig, das Anbringen der Fonten ist der letzte Arbeitsschritt.

Jetzt fehlt noch die Arbeitsplatte und der Sockel.

 

Arbeitsplatte und fertige Küche

Arbeitsplattenzuschnitt

 

Die Arbeitsplatte hat eine Tiefe von 90cm, für den geplanten Aufbau der Küche muss sie in drei Teile aufgeteilt werden, jeweils mit Schnitten in 45° Winkeln.

 

Hier endet der Bericht über den Bau unserer neuen Küche, demnächst mache ich vielleicht noch ein paar Fotos von der fertig aufgebauten Küche.

 

Links:  
http://www.holzwerken.de/ Informative Seite mit vielen links!

© 2003 Thomas Stegh